Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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07.08.2018: Von flexibler Spintronik bis zu organischen Solarzellen: Internationale Tagung an der Uni Halle

Organische Halbleiter sind günstig herzustellen und flexibel einsetzbar. Neue Erkenntnisse zum Magnetismus in der organischen Spintronik könnten dabei helfen, ihre Effizienz und Einsatzmöglichkeiten noch weiter zu verbessern. Über aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse in diesem Bereich diskutieren mehr als 80 führende Forscherinnen und Forscher während des siebten "International Meeting on Spins in Organic Semiconductors" (SPINOS) vom 13. bis 16. August an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Organisiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Georg Schmidt am Institut für Physik der MLU. Sie findet zum ersten Mal an einer deutschen Universität statt.

Die Spintronik erforscht eine spezielle magnetische Eigenschaft von Elektronen: den Spin. Damit ist eine Art Eigendrehimpuls von Elektronen gemeint, der ein magnetisches Moment erzeugt und Ursache des Magnetismus ist. Nutzen lässt sich der Spin in der Praxis zum Beispiel bei der Entwicklung neuartiger elektronischer Bauteile oder Speichermedien. Dabei können auch organische Halbleiter zum Einsatz kommen. Neuartige Leuchtdioden, wie sie zum Beispiel in biegbaren Displays verwendet werden - sogenannte OLEDs -, lassen sich über den Spin zu einer höheren Effizienz verhelfen. Auch für die Entwicklung organischer Solarzellen können diese Effekte wichtig sein. "Es gibt bereits Verfahren, die organische Halbleiter so auf Oberflächen drucken können, wie es ein Tintenstrahldrucker auf Papier tut", sagt der Physiker Prof. Dr. Georg Schmidt von der MLU, der die Tagung organisiert. Dadurch seien die Einsatzmöglichkeiten viel breiter als bei anorganischen Materialien, so der Forscher weiter. Die Nutzung des Magnetismus von Spins könne hierbei neue Optionen und Anwendungsmöglichkeiten schaffen, zum Beispiel auch Magnetspeicher aus Plastik.

28.06.2018: Spitzenphysiker zu Gast in Halle – „Er ist die ideale Ergänzung“

Am Institut für Physik in Halle ist gerade ein besonders gefragter Wissenschaftler zu Gast: Dr. Manuel Bibes. Der französische Physiker gehört weltweit zu den führenden Forschern auf dem Gebiet der oxidischen Grenzflächen. Gemeinsam mit seinen Kollegen an der Martin-Luther-Universität entwickelt er neue Ideen für gemeinsame Forschungsprojekte und verbindet die Expertise vor Ort mit seiner eigenen Arbeit.

Der Terminkalender von Manuel Bibes ist gut gefüllt: In den vergangenen Tagen hatte er viele Treffen mit verschiedenen Arbeitsgruppen des halleschen Physik-Instituts. „Zuletzt war ich im Labor von Wolf Widdra und wir haben über neue Experimente gesprochen, die wir gemeinsam durchführen wollen“, berichtet der Forscher.

Manuel Bibes ist Forschungsdirektor am renommierten Centre national de la recherche scientifique (CNRS) – Thales. Dort leitet er den Fachbereich „Oxitronics“. Zuvor war der Physiker unter anderem in der Arbeitsgruppe des französischen Physik-Nobelpreisträgers Prof. Dr. Albert Fert tätig. Seine Arbeit wurde schon vielfach mit Preisen ausgezeichnet, der Europäische Forschungsrat fördert ihn mit einem ERC Consolidator Grant. Dass Bibes aktuell in Deutschland auf Forschungsreise ist, geht auf eine Initiative der halleschen Physikerin Prof. Dr. Ingrid Mertig zurück. Sie hatte ihn erfolgreich für den Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung nominiert. Das Preisgeld, 45.000 Euro, ist für mehrere Forschungsaufenthalte in Deutschland vorgesehen.

Ingrid Mertig und Manuel Bibes arbeiten beide auf einem speziellen Gebiet der Festkörperphysik, den oxidischen Grenzflächen. Sie kennen sich seit vielen Jahren: Als in Halle 2007 der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Sonderforschungsbereich (SFB) 762 „Funktionalität oxidischer Grenzflächen“ eingerichtet wurde, begann auch Bibes mit seiner Arbeit zu diesem Thema. Aus ersten Treffen auf Workshops und Tagungen wurden schließlich gemeinsame wissenschaftliche Veröffentlichungen. „Der hallesche SFB zu den Oxiden ist großartig. In Frankreich gibt es keine vergleichbare Forschungsförderung“, sagt Bibes. Auch Ingrid Mertig ist von ihrem Gast begeistert: „Manuel Bibes ist ein weltweit gefragter Experte für oxidische Grenzflächen. Er ist die ideale Ergänzung für unseren SFB.“

07.06.2018: Moderne Speicher: Projekt der Uni Halle auf der Cebit 2018

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) präsentiert sich mit einem innovativen Projekt auf der weltweit größten Digitalmesse Cebit, die vom 11. bis 15. Juni 2018 in Hannover stattfindet.

Das Team um Physiker Prof. Dr. Jamal Berakdar präsentiert neue Möglichkeiten für magnetbasierte Speichermedien. Viele technische Geräte werden immer kleiner - das stellt auch magnetbasierte Speichermedien vor Herausforderungen. Denn mit bisherigen Technologien sind diesen Speichern physikalische Grenzen gesetzt. Daher arbeiten die halleschen Physiker an einem Konzept für magnetische Speichermedien im Nanoformat. Dafür nutzen die Wissenschaftler Anordnungen für nanostrukturierte Systeme, die magnetische Quasiteilchen, sogenannte Skyrmione, beherbergen. Diese zeichnen sich durch eine besondere Stabilität gegenüber thermischen Schwankungen oder externen Magnetfeldern aus und sind daher ein potenzieller Kandidat für moderne Speichermedien.

04.04.2018: Bessel-Forschungspreis: Führender französischer Physiker unterstützt Materialforscher in Halle

Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat dem französischen Physiker Dr. Manuel Bibes den Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis zuerkannt. Das Preisgeld, 45.000 Euro, nutzt der Wissenschaftler für längerfristige Forschungsaufenthalte in Deutschland. An der MLU unterstützt Bibes die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsschwerpunkts "Materialwissenschaften – Nanostrukturierte Materialien". Nominiert hatte ihn das Institut für Physik der MLU.

"Die Themen, mit denen sich Manuel Bibes befasst, fügen sich hervorragend in das wissenschaftliche Profil unseres Sonderforschungsbereichs zu oxidischen Grenzflächen ein. Wir werden stark von seiner Expertise profitieren können und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit diesem herausragenden Wissenschaftler", sagt die Physikerin Prof. Dr. Ingrid Mertig. Sie leitet den Sonderforschungsbereich 762 "Funktionalität oxidischer Grenzflächen". Gemeinsam wollen die halleschen Forscher ihre bereits gewonnenen theoretischen und experimentellen Erkenntnisse mit den Ergebnissen von Manuel Bibes kombinieren. Damit soll die Entwicklung neuartiger Materialien vorangetrieben werden, die künftig einmal Einsatz in der Informations- und Speichertechnologie finden könnten.

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