1996 - 1999
Die mit der Wiedervereinigung unseres Landes verbundene
Neustrukturierung der deutschen Forschungslandschaft bereicherte
den Forschungsstandort Halle, der traditionell auf physikalischen
Gebiet verschiedenen Aspekten der Festkörperphysik gewidmet ist,
um zahlreiche neue Arbeitsrichtungen und- methoden, und zwar durch
Neuberufungen, durch Zusammenführung anderer Hochschulen der
Region mit der Universität und durch die Neugründung
des Max-Planck-Institutes für Mikrostrukturphysik, das auf Empfehlung des
Wissenschaftsrates als erste derartige Einrichtung der neuen
Bundesländer aus dem einstigen Akademieinstitut für
Festkörperphysik und Elektronenmikroskopie hervorging.
Schon bald wurde deutlich, dass die mit diesen Veränderungen
verbundenen Heterogenitäten der regionalen Forschungsarbeit eine
integrierende Einrichtung wünschenswert erscheinen lassen, die neben
der Förderung dieser Arbeit auch das Zusammenwachsen der neu vereinigten
Gruppen mit ihren unterschiedlichen Profilen und Methoden beschleunigen
und eine Bündelung und Koordinierung des Themenspektrums bewirken
könnte.
Mit der ersten Förderperiode wurde ein entscheidener Schritt in Richtung
auf eine Änderung von Forschungsprofilen und -bedingungen, verbunden mit den
Abbau bestehender Heterogenität der Forschungsarbeit, getan.
Desweiteren wurde eine Konzentration der Arbeiten erreicht. Neben den erzielten
wissenschaftlichen Arbeiten wurde das Zusammenwachsen der verschiedenen Arbeitsgruppen
beschleunigt, weil die gewählteThematik des Sonderforschungsbereiches ein gemeinsames
fachliches Grundanliegen aller vertretenen Arbeitsgruppen repräsentiert und die
Komplexität der Forschungsaufgaben ein kooperatives Arbeiten bedingt. Diese sehr
positive Entwicklung soll in den kommenden Förderperioden vertiefend weitergeführt
werden.
zurück
2000-2002
Erschienen uns die weitgefächerten Möglichkeiten
beim Erstantrag als eine geeignete Grundlage zur Einrichtung eines Sonderforschungsbereiches,
so ermuntern die während der ersten Förderperiode erzielten Resultate dazu, diesen Fortsetzungsantrag
zu stellen.
Die generelle, auch für den Fortsetzungsantrag gültige Forschungskonzeption besteht darin,
zunächst Kenntnisse der Wechselbeziehungen zwischen den strukturellen und den dynamischen bzw. reaktionskinetischen
Eigenschaften kondensierter Materie und anschließend daraus Möglichkeiten für die Steuerung des makroskopischen
Verhaltens neuer Materialien zu erarbeiten. Dies betrifft vor allem Verbundsysteme, keramische Hochleistungswerkstoffe,
Gläser, glasartige Systeme und Polymere. Das kooperative molekulare Verhalten und das damit verbundene Eigenschaftspektrum
sollen aus der Prozeßkinetik in Nanometerbereich verstanden werden.
Obgleich die Verknüpfung der vielfältigen Mikroprozesse
mit dem Makroverhalten für die Arbeit im SFB in erster Linie als Gegenstand der Grundlagenforschung
von Interesse war und ist, sind wir uns auch ihrer technologischen Bedeutung im Hinblick auf die immer höher
und zunehmend komplexer werdenden Anforderungen an neue Materialien bewußt. Teilweise haben derartige anwendungsorientierte
Problemstellungen wie z.B. die Erhöhung bzw. die Verbesserung von Bruchzähigkeit, Temperaturstabilität
oder chemischer Resistenz die experimentellen Untersuchungen vorangetrieben.
zurück
2003-2005
Die Forschungsarbeiten des SFB 418 basieren auf langjähriger
Zusammenarbeit der beteiligten Institute auf experimenteller und theoretischer Ebene und versucht
die vorhandenen Aktivitäten und Prozesse zu bündeln und zu koordinieren.
Die neuen Aufgabenstellungen der 3. Periode widmeten sich 2 Hauptzielen:
1. der adäquaten Weiterentwicklung der bisherigen Arbeiten unter Einbindung neuer Themen, die aktuelle Entwicklungen
der materialwissenschaftlichen Forschung und der begleitenden Modellierung repräsentieren,
2. dem gemeinsamen Bemühen, Projekte mit anwendungsbezogenen Aspekten zur Applikationsreife gelangen zu lassen.
Gewinnbringend hat sich die Untergliederung der Forschungsvorhaben in zwei Projektgruppen A und B in den letzten beiden Forschungsperioden
erwiesen, mit der einer natürlichen Arbeitsteilung Rechnung getragen wurde. Durch die eingeführte Unterteilung des SFB ist es
bereits zunehmend gelungen, Kooperationen nicht nur innerhalb eines Bereiches, sondern zunehmend auch zwischen den anfangs
stärker getrennt erscheinenden Themengruppen A und B zu verknüpfen.
Durch die Einrichtung des SFB 418 hat sich die allgemeine materielle und personelle Situation der am SFB beteiligten Gruppen verbessert.
Insgesamt hat der Fachbereich Physik der MLU Halle-Wittenberg von den zahlreichen Gästen des SFB, den organisierten Kolloquien, Workshops
und Tagungen profitiert. Das dem Sonderforschungsbereich zur Verfügung stehende experimentelle Instrumentarium hat sich im Laufe
der Förderperioden vergrößert und soll auch in der aktuellen Forschungsperiode erweitert werden.
Die zur Verfügung stehende Ausrüstung überstreicht ein breites Spektrum verschiedenere Methoden der hochauflösenden
und der analytischen Elektronenmikroskopie, der Röntgendiffraktometrie, der Röntgenabsorptionsspektroskopie, der
Elektronen-Feinbereichsbeugung, der Positronenannihilation, der Mikroskop-Photometrie, der Spektral-Ellipsometrie, der
dynamischen Kalorimetrie, der Wärmekapazitätsspektroskopie, der Scherspekroskopie, NMR- Methoden, Ultrakurzzeitlasersystemen
und anderen dielektrischen Meßmethoden. Dazu treten zahlreiche Präparationsmethoden und rechnergestützte
Experimentauswertungen.
zurück
2006-2008
Die Aufgabenstellung der letzten Förderperiode widmete sich den Hauptzielen:
1. dem erfolgreichen Abschluss der Teilprojekte unter Einbeziehung aktueller Entwicklungen;
2. dem weiteren Ausbau der Projektvernetzung, insbesondere im Hinblick auf neu hinzugekommene Projekte;
3. der sinnvollen Ergänzung und aktuellen Entwicklung des Themenspektrums auch in bezug auf einen Kompensation der durch die Emeritierung von Themenleiter weggefallenen Projekte;
4. den gemeinsamen Bemühen, Projekten mit anwendungsbezogenen Aspekten zur Applikationsreife gelangen zu lassen;
5. der Erschließung neuer Themenbereiche in Hinblick auf eine mögliche Fortsetzung der Förderung der Forschungen am Standort Halle.
Der SFB 418 hat Ende Dezember 2008 seine Arbeit beendet.
Den Abschlussbericht findet man unter folgendem Link:
Abschlussbericht (ca. 20 MB)
zurück
- Breites Spektrum festkörperphysikalischer Verfahren
- Detaillierte Aussagen zu strukturellen und dynamischen
Phänomenen im Nanometerbereich
- Untersuchung der strukturellen Besonderheiten und eigenschaftssteuernden
Wirkung von Oberflächen, Grenzflächen,
Sekundärphasen und speziellen Defekten
in Dünnschicht– und Verbundsystemen sowie metallischen
und keramischen Hochleistungswerkstoffen
- Aufklärung von Struktur– Eigenschafts– Beziehungen
spezieller keramischer Funktions– und
Strukturwerkstoffe
- Einbeziehung von Gläsern und Polymeren in das Materialspektrum
- Bildung und Charakterisierung von Nanopartikeln in Gläsern
- Theoretische Modellierung
zurück
|